Im ersten Teil dieser Serie sprachen wir bereits über fehlerhaftes Agieren im Umgang mit der eigenen Bewerbung. In diesem Beitrag analysieren wir weitere Punkte die im Zusammenhang mit einer Kandidatur nicht vorkommen sollten.

Sprachen und ihre Anwendung

Ein Mitarbeiter soll immer mehr leisten und muss folglich auch immer mehr Fähigkeiten in seinem Portfolio haben. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass jede noch so kleine „Qualifikation“ dokumentiert wird und als Befähigung angemerkt wird.

Angaben zur Linguistik können sehr leicht überprüft werden und sind ein K.O.-Kriterium für den Verlauf einer Bewerbung. Sollten Sie über fundierte Kenntnisse einer Sprache verfügen, so sind diese selbstverständlich anzugeben. Allerdings helfen 3 Kapitel „Babel-Sprachschule“ für eine additive Fremdsprache nicht wirklich weiter.
Viele Personaler wechseln zur Überprüfung gerne die Sprache und demaskieren den Kandidaten binnen weniger Sekunden. Marginale Kenntnisse in Spanisch, die den Kauf einer Sonnenbrille auf Mallorca möglich machen, jedoch keine dezidierte Anwendung im täglichen Umgang bieten, sollten entweder als solche kenntlich gemacht werden oder gar aus dem Lebenslauf entfernt werden.

Ähnlich verhält es sich bei der Angabe von Softwareskills. Spätestens im persönlichen Jobinterview wird ein Fachmann zugegen sein und diese abfragen können.
Die Feststellung ist, dass HR-Verantwortliche mit einer großen Portion Argwohn an die Sache gehen und skeptisch reagieren, wenn ein Kandidat 4 Sprachen angibt und über die komplette Bandbreite der aktuell relevantesten Programmiersprachen verfügt.

Weniger ist (manchmal) mehr

Bei einer großen Anzahl von Bewerbungen sind endlos lange Anschreiben sehr ermüdend für die Person, die diese sichten muss. Die wesentlichen Information sollten angeben werden und auf sinnfreie, endlose Ausführungen sollte verzichtet werden.
Je kürzer und prägnanter Ihre Darstellung ist, je größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass alles wahrgenommen wird, was wichtig ist.

Aus dem Reich der Fabeln und Mythen ist der sogenannte Elevator-Pitch bekannt. Gemeint ist die Möglichkeit einem Vorgesetzten in der Fahrt mit dem Aufzug, ein Konzept, eine Idee oder Vergleichbares, so näherzubringen, dass bei Beenden des gemeinsamen Transports beide Seiten auf dem selben Nenner sind. Alles Notwendige und Wissenswerte sollte kommuniziert werden und nur die Essenz sollte Inhalt sein.
Eine solche Vorgehensweise wird auch im Vorstellungsgespräch geraten: Sprechen Sie über Themen, aber kommen Sie zum Punkt. Endlose Monologe sind selten zielführend und wirken ermüdend und gar langweilig.

Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten

Orthographie ist ein wichtiges Kriterium und fungiert sehr oft als erster Filter in der Einschätzung des Kandidaten. Eine repräsentative Umfrage ergab, dass bei einer Fehleranzahl größer 3, die Chance auf weitere Berücksichtigung für die zu vergebene Stelle auf unter 30% sinkt.
Die richtige Formulierung ist ebenfalls Indikator, ob es im Prozess eine Zukunft gibt, oder ob der Bewerber eine Absage erhält. Achten Sie auf Formalitäten und verwenden Sie keine Umgangssprache. Eine korrekte und saubere Form der Verschriftlichung ist in den Erwartungen der Entscheider ein Grundkriterium.

Transparenz durch das Internet

62% der Personalentscheider geben an, dass sie bei der Selektion der Kandidaten eine Internetrecherche vornehmen. Die Transparenz des World Wide Web spült so ziemliche jede „Sünde“ hervor. Facebook und Instagram geben einen detaillierten privaten Abriss über das Leben. Achten Sie darauf, dass Ihre virtuelle Visitenkarte vorzeigetauglich ist und Sünden der Vergangenheit nicht länger Teil der öffentlichen Zurschaustellung sind.

Pünktlichkeit bei allen Terminen

Vereinbarte Zeiten müssen eingehalten werden. Eine Verspätung kann mittels höherer Gewalt passieren, jedoch gibt es Möglichkeiten diesen präventiv zu begegnen.
Ist der Termin um 15 Uhr angesetzt, dann sind Sie bereits um 14:30 vor Ort, bzw. planen es eine halbe Stunde vor Start da zu sein. Dieser zeitliche Puffer verringert das Risiko immens und bietet Ihnen die Möglichkeit ungestresst in das Gespräch zu gehen.
Das Gleiche gilt für Telefonate, seien Sie bereit für das Gespräch und nutzen Sie die Zeit, sich mental vorzubereiten. Ihr Gesprächspartner wird feststellen, ob Sie in freudiger Erwartung ohne zeitliche Anspannung, auf ihn gewartet haben oder Sie auf den „letzten Drücker“ in der Leitung sind.

Diese Pünktlichkeit wird Ihnen sicherlich keinen Bonus verschaffen, jedoch wird eine Verspätung eine negative Auswirkung zur Folge haben.

Mustervorlagen

Recruiter haben im Laufe Ihrer beruflichen Karriere so viele Bewerbungsunterlagen auf dem Tisch, dass sie gewisse wiederkehrende Muster erkennen können. Templates sind hilfreich, jedoch fehlt es ihnen an Individualität.
Es impliziert, dass sie an dieser Stelle eine Vorlage verwenden und sich nicht auf ihre eigene Inspiration verlassen. Im schlimmsten Fall wird ihnen attestiert, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, selbst kreativ zu werden.
Nicht selten wandern Musterexemplare direkt auf den Stapel „Absage“.

Wir hoffen, dass Sie mittels unserer Zusammenstellung an möglichen Fehlerquellen gut vorbereitet in den nächsten Bewerbungsprozess gehen.
Lassen Sie uns wissen, wenn Sie anderer Meinung sind, bzw. Ergänzungen zu diesem Thema haben.

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